• edvard-munch

„Frische Luft und gute finanzielle Bedingungen haben große Dinge vollbracht. Es geht mir viel besser, ich lebe seit dem Sommer von Haferschleim, Milch, Brot und Fisch [...]
Nun bin ich wie neugeboren.“

Edvard Munch in einem Brief an den schwedischen Sammler Ernest Thiel, Warnemünde im September 1907

Edvard Munch ist einer der bedeutendsten Wegbereiter des Expressionismus in Europa. 1863 wird er als Sohn des Arztes Dr. Christian Munch und dessen Frau Laura Catherine, geborene Bjølstad, im norwegischen Løten (Hedmark) geboren. 1864 zieht die Familie nach Christiania (Oslo) um. 1868 stirbt die Mutter an Tuberkulose, 1877 fällt die Schwester Sophie der Krankheit 15-jährig zum Opfer.

1879 nimmt Munch ein Architekturstudium auf, das er 1880 abbricht, um 1881 an die Zeichenschule in Christiania zu wechseln. 1883 beteiligt er sich erstmals an einer Ausstellung, 1885 erhält er sein erstes Stipendium und reist nach Paris. 1889 zeigt Munch seine erste Einzelausstellung und mietet ein Haus in Åsgårdstrand an. Munch erhält ein zweites Staatsstipendium und unternimmt weitere Auslandsreisen. 1892 folgt er einer Einladung nach Berlin. Die Eröffnung seiner Ausstellung im „Architektenhaus“ gerät zum Skandal. Die Kontroverse um deren Schließung führt zur Gründung der „Berliner Sezession“.

Munch unternimmt zahlreiche Reisen durch Europa und stellt seine Werke in Deutschland, Frankreich und Norwegen aus. 1898 lernt er Tulla Larsen kennen und lieben. 1902 nimmt diese Beziehung ein dramatisches Ende; im Streit mit ihr büßt Munch ein Fingerglied seiner linken Hand ein. Im selben Jahr lernt er Dr. Max Linde in Lübeck, 1903 Gustav Schiefler in Hamburg kennen. Schiefler wird zum Freund und Förderer und erstellt später Munchs erstes Werkverzeichnis. Bis 1906 unternimmt Munch weitere ausgedehnte Reisen und stellt wiederholt seine Arbeiten aus. 1906 macht er die Bekanntschaft Max Reinhardts und erhält den Auftrag, das Foyer des Deutschen Theaters Berlin und Reinhardts Bühnenbild zu Ibsens „Gespenstern“ zu gestalten.

Im Mai 1907 kommt Munch nach Warnemünde und wohnt hier bis Oktober 1908. Danach hält er sich längere Zeit in der Nervenklinik von Dr. Daniel Jacobson in Kopenhagen auf. Von 1909 bis zu seinem Lebensende lebt Munch in Norwegen. Zunächst lässt er sich in Kragerø nieder und beteiligt sich am Wettbewerb um die Ausschmückung der neuen Aula der Osloer Universität.

Zwischen 1912 und 1915 unternimmt Munch ausgedehnte Reisen. 1916 kauft er ein Haus in Ekely bei Christiania, das zum letzten Wohn- und Atelierort des Künstlers wird. 1923 wird er zum Mitglied der Preußischen Akademie der Künste und 1925 zum Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Künste ernannt. 1926 stirbt seine Schwester Laura.

1937 beschlagnahmen die Nationalsozialisten 82 seiner Werke in Deutschland als „entartete Kunst“. 1944 stirbt Edvard Munch im Alter von 81 Jahren. Er vermacht sein gesamtes Werk der Stadt Oslo, die es seit 1963 im Munch-Museum der Öffentlichkeit zugänglich macht.

Veranstaltungen